Pfarreiengemeinschaft Lingen-Süd

Pfarreiengemeinschaft Lingen-Süd
St. Bonifatius - St. Alexander - Christ-König - St. Gertrudis

Firmtreffen „Glaube – über den Tod hinaus“

Wir Christen glauben an die Auferstehung. Aber was heißt das eigentlich? Was passiert, wenn jemand stirbt – auch hier auf der Erde? Was ist im Todesfall eines geliebten Menschen dran und wichtig? Um diese Fragen ging es beim letzten Firmtreffen der Bramscher und Darmer.

Ralph Caspers schreibt im Klappentext zu seinem Buch „Wenn Papa jetzt tot ist, muss er dann sterben?“:
„Einen Todesfall und die Gefühle, die Trauernde haben, kann man sich vorstellen wie einen Messerstich in den Oberschenkel: Zuerst ist man schockiert und fassungslos, dass so etwas überhaupt passieren kann. Eventuell spürt man in den ersten Momenten auch gar nichts. Dann realisiert man, dass ein Messer im Oberschenkel steckt und man macht sich daran, die Wunde zu versorgen. Manche Menschen schaffen das alleine, andere brauchen dabei Hilfe.“

Die Erste Hilfe, die einem in einem Todesfall zuteil wird, kommt vom Bestatter bzw. von der Bestatterin. Die wissen, was jetzt wann zu tun ist, was mit wem abgesprochen werden muss und begleiten die Hinterbliebenen behutsam bei allen Entscheidungen, die jetzt getroffen werden müssen.

Eine wichtige Entscheidung findet quasi auf dem Friedhof statt. Was für ein Grab soll der*die Verstorbene haben, welche Form, welcher Ort. In Lingen hilft dabei meist die Friedhofskommission – in Bramsche läuft das über den Kirchenvorstand.

Und wenn man religiös ist, gehört auch die Kirche zu den Ersthelfern. Es wird gemeinsam der letzte Weg geplant und mit dem*der Beerdigenden wird besprochen, was in der ersten offiziellen Rede über den*die Verstorbene*n erzählt werden soll. Aber auch altbekannte Rituale helfen, in der schwierigen Situation in der Friedhofskapelle und später am Grab Halt zu finden.

Wichtige drei erste Stationen, von denen unsere Firmlinge aus Bramsche und Darme gehört und erfahren haben, was da passiert und wie trauernde Hinterbliebene dort als quasi Erste Hilfe Unterstützung und Hilfe finden…

Fotos von diesem Termin der Firmvorbereitung gibt es in der Galerie unten. Besonderer Dank gilt dem Bestattungshaus Pingel, Florian Heinen von der Friedhofskommission Lingen und unserem Kaplan Kristian Pohlmann.

Und dann?
Wenn die erste Zeit mit all den Entscheidungen und „Terminen“ und dem, was erledigt werden muss, vorbei ist? Wenn das „Funktionieren-Müssen“ vorbei ist? Dann ist die erste ganz akute Zeit geschafft, aber dann beginnt der „Rest“ der Trauer. Ralph Caspers schreibt weiter:
„Nach einiger Zeit wächst die Wunde zu, und man denkt immer weniger an sie. Dann kann es in einem unbedachten Moment passieren, dass man mit dem Oberschenkel an eine Tischkante stößt und die Narbe evtl. wieder aufreißt. Ereignisse wie Schulwechsel, Umzug, der erste Freund oder die erste Freundin, Schulabschluss, Ausbildungsabschluss, Eheschließung, Familiengründung, aber auch Jahrestage oder Feste wie Weihnachten sind genau solche Tischkanten, die Trauernde schmerzlich an ihre Wunde erinnern. Verschwinden wird die Narbe nie so richtig, aber man gewöhnt sich an sie, sie ist zu einem Teil von einem selbst geworden.“

 


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